Der Clown

Ich spiel mit Worten, bin der Clown,
doch keiner konnte bisher schaun
in dies verborgen schlagend' Herz,
wie sich's zusammenzieht im Schmerz.

Frische Maske, neue Runde,
spielt er wieder auf der Bunte.
Neue Bühne, voller Licht,
doch in mein Dunkel seht ihr nicht.

Ist nicht gespielt das helle Lachen,
will so gern Euch Freude machen,
doch setz mit jedem Freudenschrei,
ich mehr von meiner Kraft hier frei.

Sie ist nicht endlos, dahin sie fließt,
und wenn im Saale Ihr genießt,
meine Späße, meine Witze,
ich doch hier alleine sitze.

Wenn ihr dann geht, manchmal nach Stunden,
ein Stückchen Friede habt gefunden,
verbeug mich brav und geh nach hinten,
werd' wieder keine Ruhe finden.

Ich schmink dich ab, erstarrtes Lachen,
verstau die bunten Kaspersachen,
steck auch weg die kleine Geige,
die grad noch jauchzte Euch zur Freude.

Dann geh' ich in die Nacht hinaus
im Ohr hab ich noch den Applaus.
Es ist das einzige im Leben,
das lange Zeit mir Kraft gegeben.

Doch irgendwo, ich weis nicht wann,
wird mein letzter Auftritt sein,
in ein neues Leben geh ich dann,
laß mit dem Lachen Euch allein.

Und irgendwo, hoff' ich so sehr,
ging auf der Samen, den ich streute.
Ernten möcht' ein bischen mehr,
als ich Euch gab von meiner Freude.

23. Juli 2002

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