Monolog für ein Herz

Du dummes Herz!
Bin ich glücklich, denk ich nicht an Dich.
Zerbricht das Glück, so möchte ich Dich herausreißen.

Und doch bist Du ein Teil von mir,
treibst Du das Blut in meinen Adern,
läßt dadurch meine Augen leuchten,
meine Ohren lauschen,
meine Nase wittern,
mich wieder des Lebens erfreuen,
weil ich es wieder erLEBE.

Solange Du schlägst, wirst Du mich daran erinnern,
daß meine Augen noch nicht alles sahen,
meine Ohren noch nicht jeden Laut vernahmen,
meine Nase ich noch nicht in alle Dinge gesteckt habe,
solange werde ich nicht wagen,
Dich mit meinem Körper wegzuwerfen.

Also klopfe weiter zart oder trommle es mir ins Hirn,
daß Du immer wieder die Regie übernehmen kannst,
wenn ich Dich nur höre,
wenn mich nicht mehr die Angst quält,
daß Deine übergroße Liebe
in genau so große Wut umschlagen könnte.

Ich werde weiterhin versuchen,
Deine Liebe mit dem Kopf zu begreifen,
mit den Lippen sie weiterzugeben,
mit den Ohren das Echo zu vernehmen.

Ich werde wohl auch wieder verletzt werden
und ich werde Dich davor nicht schützen können,
aber Du willst es so,
damit die Kraft Deiner Liebe
mit jeder Hürde, jeder Wunde stärker wird.

Irgendwann werde ich ein anderes Herz für Dich finden,
liebevoll, wie Du, vielleicht nicht so vernarbt.
Es wird Deine Kraft und Wärme zu schätzen wissen
und Dich durch meinen unscheinbaren,
Dich umhüllenden Körper klar erkennen.

Dies Herz wird Dich kraftvoller schlagen lassen,
als ich es mir je vorstellen könnte,
ihr werdet Euren Takt finden und ihn im Gleichklang erleben.
Also halte durch, mein Herz,
vielleicht wartet die Erfüllung unserer Sehnsüchte
schon hinter der nächsten Biegung ...

23. Juli 2002

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