Zerissen

Vernarrt in diese eine Seele,
die nett mir schrieb so viele Worte,
gebannt von dieser einen Stimme,
die ich vernahm von fremdem Orte.
Der größte Wunsch, Dich schließlich seh'n,
Dir endlich gegenübersteh'n,
zu schaun Dir tief in Deine Augen,
all die Wärme aufzusaugen,
die mich berührt selbst aus der Ferne,
würd' so gern sagen: "hab Dich gerne"!

Doch scheint es diesmal mehr zu sein,
der Fisch, er fängt den Angler ein
und läßt ihn dann nicht mehr vom Haken,
selbst wenn da doch noch Zweifel nagen,
ob's diesmal wohl wird führ'n zum Ziel?
Ob ZWEI gewinnen dieses Spiel?
Ob schnell der erste Funk' verglüht
und schnell wieder von dannen zieht?

Wenn ich Dir gegenüberstehe,
und fühl' den ersten Hauch der Nähe,
wird dieser schnell zu 'nem Orkan,
dem keiner widerstehen kann?
Oder wird er, wie die Wogen,
brechen an dem seichten Strand,
ohne Wirkung eingesogen,
in dem trocknen, heißen Sand?

Ich scheu die Nähe, wünsch sie doch,
unterwerf mich freudig diesem Joch,
und doch ist es mir eine Qual,
zu warten immer noch einmal,
geduldig warten, nicht mein Sinn,
denn alles strebt zu Dir nur hin.
Will dann mein Leben erst genießen,
kann ich Dich in die Arme schließen.


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